Arbeiterwohlfahrt sagt Kinderarmut den Kampf an

"KiMut" will Kindern Mut machen und Zukunftsperspektiven eröffnen

Erschreckend und gleichzeitig beschämend ist, wieviele Kinder heute noch in unserem Land in Armut leben, findet Brigitte Protschka, Vorsitzende des AWO-Kreisverbandes Kaufbeuren-Ostallgäu. Schlimm sei vor allen Dingen, dass ihre Chancen auf eine gute Bildung gering seien, die Entwicklung ihrer spezifischen Begabungen praktisch nicht möglich und ihre Teilnahme am sozialen Leben sehr eingeschränkt sei. Nicht gerade rosige Zukunftsperspektiven. Das hat Auswirkungen auf die ganze Gesellschaft: Ressourcen liegen brach, Talente verkümmern: „Wir nehmen unserer Gesellschaft damit die Zukunft“.

Ins Leben gerufen wurde deshalb bereits im Jahr 2006 von der Arbeiterwohlfahrt das KiMut-Projekt. Abzusehen war damals noch nicht, dass die Kinderarmut noch steigen würde, obwohl sich die Konjunktur gut entwickelte. Jetzt ist man bei der Arbeiterwohlfahrt doppelt froh, diesen Hilfsfonds zu haben.

Helfen konnte man bisher beispielsweise ganz konkret mit der Finanzierung der Teilnahme an Klassenfahrten, Sprachkursen, Hausaufgabenbetreuung, Musikunterricht und speziellen Förderprogrammen für schwächer begabte Kinder.

Im Kern geht es darum, den Kindern Mut zu machen, Selbstvertrauen zu entwickeln, am sozialen Leben teilzunehmen und ihnen durch individuelle Förderung bessere Perspektiven für die Zukunft zu eröffnen. Wir müssen weg von dem Grundsatz „Einmal arm - immer arm", der in Deutschland immer noch traurige Wirklichkeit ist, so Brigitte Protschka. Auch Kinder aus einkommensschwächeren Familien dürften den Glauben an sich selbst und das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten nicht verlieren.

Die Empfänger der Fördergelder werden der AWO vom Staatlichen Schulamt bzw. von einzelnen Schulleitern, Lehrkräften oder Erzieherinnen direkt empfohlen. Auf unbürokratische Weise will man damit helfen. Wer „arm“ ist, outet sich nicht so gerne. In der Schule oder im Kindergarten offenbaren sich den Pädagogen oftmals die ersten deutlichen Anzeichen, ob Talente von Kindern aus Desinteresse der Erziehungsberechtigten nicht gefördert, oder aus finanzieller Not vernachlässigt werden. Deshalb haben wir uns auch diese Partner ausgewählt. Eltern oder auch Kinder selbst könnten sich durchaus vertrauensvoll an Lehrkräfte wenden. Alle Anfragen werden vertraulich behandelt.

In den Genuss der Förderung kommen Kinder aus dem gesamten Ostallgäu und aus Kaufbeuren. Gespeist wird der Fond aus den Beiträgen des Kreisverbandes selbst und aus Zuwendungen der einzelnen AWO-Ortsvereine sowie aus den Geldern der jährlichen Haussammlungen und Einzelspenden von Unternehmen und Privatpersonen.


AWO KiMut Hilfsfonds:
Der Fonds wurde im August 2006 durch die Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Kaufbeuren und Ostallgäu gegründet. Mit dem Hilfsfonds unterstützt die Arbeiterwohlfahrt Kinder aus Kaufbeuren und dem Landkreis Ostallgäu, die wegen fehlender finanzieller Mittel auf Bildung, Ausbildung oder Förderung individueller Talente verzichten müssten.

Gedacht ist dabei beispielsweise an die Übernahme der Kosten für Sprachförderung, Nachhilfe, Talentförderung im sportlichen und musischen Bereich, sowie die Anschaffung von Instrumenten oder etwa die Teilnahme an Freizeitaktivitäten, Trainingslagern, Mitgliedschaft in Sportvereinen. Die Förderungsfähigkeit und -notwendigkeit wird im Einzelfall durch einen Beirat entschieden.

Mehr Info und Kontakt:

AWO Kreisverband Kaufbeuren und Ostallgäu e.V.
Riederlohweg 10
87600 Kaufbeuren,
Tel. 08341/17978

Spendenkonto:
Kontonummer 55 75 196
Kreis- und Stadtsparkasse Kaufbeuren
BLZ 73450000
Kennwort: KiMut (Wichtig!)

Für weitere Fragen:

AWO-Kreisverband Kaufbeuren und Ostallgäu e.V.
Vorsitzende: Brigitte Protschka
08362/925905